30 March 2026, 16:03

Anna Netrebko triumphiert in Berlin – doch vor der Oper toben Proteste

Gemälde mit dem Titel 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe von Darstellern auf der Bühne mit Instrumenten und Stühlen vor einem Publikum und einer Wand zeigt.

Anna Netrebko triumphiert in Berlin – doch vor der Oper toben Proteste

An der Berliner Staatsoper feiert Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere – Beifall im Saal, Proteste draußen

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Am Samstag erlebte die Berliner Staatsoper die Uraufführung einer neuen Inszenierung von Un ballo in maschera mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Vorstellung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Rund 50 Demonstranten versammelten sich mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen gegen die russische Regierung sowie Netrebkos frühere Verbindungen zum Kreml.

Die Proteste begannen noch vor Aufführungsbeginn, wobei Rufe wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" in der Nähe des Opernhauses zu hören waren. Kritiker hinterfragen seit Langem Netrebkos Nähe zum Kreml, insbesondere nach ihrer Feier zum 50. Geburtstag 2021 im Moskauer Kreml. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 hatten deutsche Theater – darunter die Staatsoper Berlin und die Bayerische Staatsoper München – ihre Auftritte zunächst boykottiert.

Doch 2023 distanzierte sich Netrebko öffentlich vom Krieg und von Russland, was ihr schrittweise die Rückkehr auf europäische Bühnen ermöglichte. Seither trat sie an der Wiener Staatsoper auf und gastierte in Deutschland; für 2025 sind weitere Engagements in Berlin bestätigt. Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, betonte, Netrebko sei seit der Invasion nicht mehr nach Russland zurückgekehrt und habe ihre Haltung deutlich gemacht.

Im Theater selbst herrschte eine andere Stimmung: Netrebko erhielt für ihre Darstellung starken Beifall, ebenso wie Orchester und Mitwirkende. Die Produktion, Teil des Weihnachtsprogramms der Staatsoper, markierte ihren ersten Auftritt in Berlin seit Beginn der Kontroverse.

Die Premiere verdeutlichte die anhaltende Spannung zwischen künstlerischer Anerkennung und politischer Prüfung. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, tritt trotz anhaltender Kritik weiterhin in Europa auf. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, spiegelt einen Wandel in der Haltung kultureller Institutionen wider – zwischen künstlerischem Anspruch und öffentlicher Stimmung.

Quelle