26 March 2026, 10:03

Brandenburgs Minister öffnet Debatte: Soll der Beamtenstatus für Lehrer fallen?

Ein 1777 deutsches Schulbuch mit einer Abbildung eines roten Hauses umgeben von Bäumen und einem Zaun.

Brandenburgs Minister öffnet Debatte: Soll der Beamtenstatus für Lehrer fallen?

Eine neue Debatte über die Verbeamtung von Lehrkräften ist entbrannt, nachdem Brandenburgs neuer CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann Signalbereitschaft für einen von Sachsen vorangetriebenen Reformvorschlag gezeigt hat. Der Plan sieht vor, den Beamtenstatus für Lehrer schrittweise abzuschaffen – ein seit langem umstrittenes Thema. Am Donnerstag wird die Kultusministerkonferenz (KMK) auf Antrag Sachsens über die Angelegenheit beraten.

Die Frage, ob Lehrkräfte weiterhin verbeamtet werden sollen, spaltet die Politik seit Jahren. 2007 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Beschäftigung von Lehrern auf Basis regulärer Arbeitsverträge mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Dennoch bleibt die Praxis in den Bundesländern uneinheitlich.

Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens treibt die Reform voran und verweist auf knappe Haushalte sowie die hohen Rücklagen, die für die Pensionen von Beamten erforderlich sind. Sein Vorstoß findet bei Hoffmann Gehör, der jedoch betont, dass eine Änderung nur dann funktionieren würde, wenn sie bundesweit einheitlich umgesetzt wird.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass sich in einigen Regionen bereits ein Wandel vollzieht. In Brandenburg waren im Schuljahr 2025/2026 31,1 Prozent der Lehrkräfte an staatlichen Schulen in regulären Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Davon waren 19,7 Prozent Quereinsteiger, die ohnehin auf dieser Vertragsbasis eingestellt werden. Berlin, das die Verbeamtung von Lehrkräften 2023 wieder einführte, verzeichnet nur noch 0,08 Prozent der 25.227 Lehrer ohne Beamtenstatus. Die Bildungssenatsverwaltung der Stadt schließt eine erneute Überprüfung der Regelung aus.

Bundesländer wie Sachsen, wo ähnliche Bestimmungen seit 2019 oder früher gelten, verzeichnen einen allmählichen Anstieg nicht verbeamteter Lehrkräfte. Berlins Haltung deutet jedoch darauf hin, dass der Widerstand gegen weitere Änderungen weiterhin groß ist.

Die anstehende Diskussion der KMK wird zeigen, ob sich bundesweit Dynamik für eine einheitliche Neuausrichtung entwickelt. Sollte der sächsische Vorschlag Unterstützung finden, könnten die Länder unter Druck geraten, ihre Politik anzugleichen. Vorerst steht Brandenburgs Offenheit im Kontrast zu Berlins klarer Ablehnung – der Ausgang bleibt ungewiss.

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