17 March 2026, 18:05

BVVA fordert dringende Reformen gegen finanzielle Überlastung der Apotheken

Plakat mit der Aufschrift "$160 Milliarden die Menge, die Steuerzahler seit Medicare niedrigere Verschreibungspreise verhandeln können" mit einem Logo.

BVVA fordert dringende Reformen gegen finanzielle Überlastung der Apotheken

Der Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) drängt auf umfassende Reformen, um die finanziellen und bürokratischen Belastungen für deutsche Apotheken zu verringern. Aktuelle Gesetzesänderungen haben die Rückforderungen bei zuschussfreien Rezepten verschärft, sodass viele Apotheken kostspielige Widersprüche und Klagen führen müssen. Die Organisation fordert nun eine grundlegende Neugestaltung des Systems, um die Branche vor wachsender Instabilität zu schützen.

Seit den Anpassungen im Sozialgesetzbuch (SGB V) für 2024/2025 ziehen Krankenkassen die Rückforderungsregeln für zuschussfreie Rezepte strenger durch. Apotheken sehen sich monatlichen Abzügen von 10 bis 20 Prozent ihres Umsatzes gegenüber, was die Liquidität beeinträchtigt und sie zwingt, höhere Rücklagen zu bilden. Der zusätzliche Verwaltungsaufwand und häufigere Prüfungen bremsen zudem den Betriebsablauf und erhöhen den Druck.

Der BVVA hält die bisherigen Schutzmechanismen für unzureichend, da Krankenkassen ständig neue Gründe für Rückforderungen finden. Selbst kleine, korrigierbare Formfehler können bereits zu Zahlungsürbehalten führen – eine Praxis, die der Verband entschieden ablehnt. Neben finanzieller Entlastung fordert der BVVA, dass Apotheken nicht länger als "Inkassostellen" für die Kassen agieren müssen, insbesondere bei der Einziehung von Patientenzuzahlungen.

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Um Nachwuchsapotheker anzuziehen, wirbt der BVVA erneut für das Modell einer "Apotheken-GmbH". Diese Rechtsform würde Teilzeitkräften mehr Möglichkeiten eröffnen, Führungsverantwortung zu übernehmen und an Entscheidungen mitzuwirken. Zudem schlägt der Verband bundesweit einheitliche Preise für Hilfsmittel vor, die zwischen dem GKV-Spitzenverband und der Bundesapothekerkammer (BAK) ausgehandelt werden sollen.

Eine bessere Vernetzung in der pharmazeutischen Versorgung bleibt ein weiteres zentrales Anliegen. Der BVVA verweist auf Versorgungslücken bei vulnerablen Patientengruppen, etwa in Pflegeheimen oder bei der häuslichen Betreuung, und fordert verbesserte Strukturen für eine kontinuierliche Behandlung.

Die Vorschläge des BVVA zielen darauf ab, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, die Finanzlage der Apotheken zu stabilisieren und die Karrierechancen für Apotheker zu verbessern. Falls umgesetzt, könnten die Reformen Rückforderungen begrenzen, die Preisgestaltung vereinfachen und die Versorgung von Risikopatienten stärken. Der Verband setzt sich weiterhin für diese Änderungen ein – angesichts der anhaltenden finanziellen Belastungen im Sektor.

Quelle