Deutsche Bahn reagiert mit Körperkameras auf steigende Gewalt gegen Mitarbeiter
Marie RichterDeutsche Bahn reagiert mit Körperkameras auf steigende Gewalt gegen Mitarbeiter
Deutsche Bahn führt neue Sicherheitsmaßnahmen nach Anstieg von Angriffen auf Bahnmitarbeiter ein
Die Deutsche Bahn hat als Reaktion auf eine Welle von Übergriffen auf Bahnbedienstete neue Schutzvorkehrungen eingeführt. Der Schritt folgt einem tödlichen Vorfall Anfang 2024 und wachsenden Sorgen über Gewalt gegen Beschäftigte im Kundenservice. Verkehrsminister und Gewerkschaften sind jedoch uneins, wie Mitarbeiter am besten geschützt werden können.
Laut Berichten gab es in den Jahren 2024 und 2025 jeweils über 3.000 Angriffe auf Bahnmitarbeiter. Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 kam es durchschnittlich zu fünf körperlichen Übergriffen pro Tag. Zwar liegt keine bundesweite Gesamtstatistik für die Zeit seit dem tödlichen Vorfall im Februar 2024 vor, doch die Zahlen verdeutlichen eine anhaltende Bedrohungslage.
Die Deutsche Bahn hat nun Servicekräfte mit Körperkameras ausgestattet. Zudem werden Fahrkartenkontrolleure künftig keine Personalausweise mehr prüfen, um Konflikte zu vermeiden. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert weiterhin die Einführung von Zweipersonen-Teams in Zügen, da dies die Sicherheit erhöhen würde.
Die Verkehrsministerkonferenz unterstützt die jüngsten Maßnahmen der Bahn, lehnt jedoch eine bundesweite Verpflichtung zu Zweipersonen-Besatzungen ab. Stattdessen befürworten sie ein generelles Waffen- und Messerverbot im Personenverkehr. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder plant, die Wirkung der neuen Regelungen bis Ende April zu bewerten.
EVG-Chef Martin Burkert warnt, dass die zunehmende Gewalt schwerwiegende Folgen für die Belegschaft haben werde. Ohne stärkere Schutzmaßnahmen seien Frontmitarbeiter weiterhin stark gefährdet.
Zu den neuen Sicherheitsvorkehrungen zählen Körperkameras und Einschränkungen bei Fahrkartenkontrollen. Die Verkehrsminister fordern zudem ein Waffenverbot in Zügen. Dennoch bleibt umstritten, ob verpflichtende Zweipersonen-Teams notwendig sind, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.






