Dieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Geschlechtergewalt aus
Jonas HoffmannDieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Geschlechtergewalt aus
Der Komiker Dieter Nuhr steht wegen eines Witzes über Femizide in seinem jüngsten ARD-Programm in der Kritik. Die Nummern, in denen er die Gefahr, dass Frauen von Männern getötet werden, verharmlost, haben eine breite Debatte ausgelöst. Trotz der Empörung bieten öffentlich-rechtliche Sender weiterhin eine Plattform für seine Art von Humor.
In der Sendung machte Nuhr die Aussage, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau von einem Mann getötet werde, liege „beinahe bei null“. Zudem schlug er vor, Frauen sollten ihre Partner vor dem Sex besser kennenlernen, um solche Folgen zu vermeiden. Der Witz wurde weitreichend als unfassbar plump und uninspiriert kritisiert – darüber hinaus wurde ihm vorgeworfen, die Schuld von Tätern auf die Überlebenden abzuwälzen.
Nuhrs Comedy setzt Frauen häufig als Pointe ein, und seine jüngsten Äußerungen setzen diese Tradition fort. Er bestreitet zudem, dass Femizide ein strukturelles Problem darstellen – obwohl Belege zeigen, dass solche Taten oft das Ergebnis langjähriger Gewalt und Kontrolle sind. Der ARD-Sender rbb erkannte die Kritik an, verteidigte den Auftritt jedoch mit dem Verweis auf die künstlerische Freiheit.
Die Kontroverse wirft erneut Fragen zur Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt in den Medien auf. Öffentlich-rechtliche Sender bieten Nuhr immer wieder eine Bühne für seine Satire. Femizide bleiben ein ernstes Problem, das häufig in eskalierenden Mustern von Misshandlung und Unterdrückung verwurzelt ist.
