11 June 2026, 08:02

Elektrischer Sattelauflieger startet Pilotprojekt für klimafreundlichen Fernverkehr

TIP, Nivalis und BPW testen neuen Ansatz zur Dekarbonisierung im Straßengüterverkehr

Elektrischer Sattelauflieger startet Pilotprojekt für klimafreundlichen Fernverkehr

In Deutschland ist ein Pilotprojekt für einen elektrisch betriebenen Sattelauflieger im Fernverkehrssektor gestartet. Die Initiative nahm Ende Mai ihren Anfang und zielt darauf ab, eine neue Technologie zu erproben, die die Effizienz steigern und Emissionen reduzieren soll. Die beteiligten Partner werden die Leistung des Systems unter verschiedenen Bedingungen bewerten.

Das System nutzt eine E-Achse mit zwei Elektromotoren, die eine Spitzenleistung von 50 kW erbringen. Kombiniert wird sie mit einem Hochvolt-Lithium-Ionen-Akkupack mit 60 kWh Kapazität, der den UN-38.3-Standards entspricht. Auch der elektrische Antriebsstrang erfüllt die Anforderungen der UNECE-Verordnung Nr. 100.

Der Auflieger trägt aktiv zur Fortbewegung bei und verringert so den Energiebedarf der Zugmaschine. Er gewinnt Energie beim Bremsen zurück und bezieht zusätzlichen Strom aus Dach-Solarmodulen, die bis zu 3,7 kWp erzeugen können. Über einen 32-Ampere-Drehstromanschluss (Wechselstrom) wird das System während der Standzeiten geladen.

Eine Mensch-Maschine-Schnittstelle versorgt den Fahrer in Echtzeit mit Informationen zu Akkustand und Betriebsstatus. Leistungsdaten werden an die Telematikplattform von Nivalis übermittelt, um das System zu überwachen. Die Konfiguration ist straßenzugelassen und kann in allen EU- und EFTA-Ländern registriert werden.

Ersten Schätzungen zufolge könnte die Technologie pro Auflieger jährlich bis zu 7.000 Liter Diesel einsparen. Gleichzeitig ließen sich die CO₂-Emissionen um bis zu 18 Tonnen pro Jahr reduzieren. Am Projekt beteiligt ist ein Auflieger der TIP Group, der mit dem Powered Trailer Kit von Nivalis ausgerüstet ist.

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Im Rahmen des Pilotprojekts wird untersucht, wie sich das System bei unterschiedlichen Lasten und Fahrprofilen bewährt. Bei Erfolg könnte die Technologie künftig breiter im Güterverkehr eingesetzt werden. Sie ist darauf ausgelegt, aktuelle Sicherheits- und Regulierungsstandards zu erfüllen.

Quelle