"Energyfish": Schwimmende Turbine gewinnt Strom aus Flüssen – und schont Fische
Jonas Hoffmann"Energyfish": Schwimmende Turbine gewinnt Strom aus Flüssen – und schont Fische
Energyminer hat eine kleine schwimmende Strömungsturbine namens Energyfish entwickelt. Sie soll Energie aus Fließgewässern gewinnen – und dabei Fische schonen. Das Unternehmen wirbt mit einer kostengünstigen, zuverlässigen und umweltfreundlichen Lösung.
Der Energyfish wird in Flüssen verankert, nutzt die Strömung zur Stromerzeugung und leitet die Energie ans Ufer. Jede Einheit misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Die maximale Leistung beträgt 6 Kilowatt. Bei starker Strömung sinkt das Gerät ab, sodass Treibgut gefahrlos darüber hinweggeleitet wird.
Laut Energyminer erzeugt jede Einheit jährlich etwa 15 Megawattstunden. Ein Schwarm von 100 Turbinen könnte rund 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern – genug für etwa 470 Haushalte. Die Stromgestehungskosten geben die Entwickler mit etwa 8 Cent pro Kilowattstunde an, inklusive Investition, Betrieb und Wartung. Die durchschnittliche Jahresrendite soll über 20 Jahre mindestens 8 Prozent betragen.
Die Installation ist schnell und erfordert keine aufwendigen Bauarbeiten. Zehn Einheiten lassen sich nach Genehmigung in etwa drei Tagen einsetzen. Die erste großflächige Schwarm-Anlage dieser Art entsteht derzeit in St. Goar am Rhein mit 124 Energyfish-Turbinen.
Die Angaben des Unternehmens zu Effizienz und Leistung lassen sich mit der vorhandenen Hardware und konkreten Projekten überprüfen. Doch der Anspruch, günstigen Grundlaststrom zu liefern, muss erst durch Betriebsdaten, vollständige Kostentransparenz und Wartungserfahrungen belegt werden.
Aktuell wird das System im großen Stil auf dem Rhein getestet. Bewährt es sich, könnte es eine praktikable Energielösung für geeignete Flüsse bieten. Der Erfolg hängt jedoch von der Performance unter Realbedingungen, behördlichen Genehmigungen und der Wartungsfreundlichkeit ab.
