Europa verschärft Kurs gegenüber China: Wirtschaftliche Abhängigkeiten im Visier
Jonas HoffmannEuropa verschärft Kurs gegenüber China: Wirtschaftliche Abhängigkeiten im Visier
Europa drängt auf strengere Kontrollen seiner wirtschaftlichen Beziehungen zu China. Im Fokus stehen Energie, Forschung, Recycling, Normen und Produktion, um Verwundbarkeiten zu verringern. Aktuelle hochrangige Besuche haben die Thematik noch deutlicher ins Bewusstsein gerückt.
Ende Mai reiste die deutsche Wirtschaftsministerin Katharina Reiche nach China. Ihr Ziel war es, Vertrauen, Stabilität und fairen Wettbewerb zu stärken, während sie gleichzeitig Fragen der Zusammenarbeit, Rohstoffe, Lieferketten und Marktzugang behandelte.
Kurz darauf besuchte Ling Ji, Chinas Vizehandelsminister, Brüssel. Dort traf er mit Ditte Juul Jørgensen zusammen, der Generaldirektorin der Europäischen Kommission für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, um über die Einrichtung eines Mechanismus für Handels- und Investitionskonsultationen zu sprechen. Die Gespräche unterstrichen Europas Abhängigkeit von China, insbesondere bei Seltenen Erden und Magneten, wo Peking die Verarbeitung dominiert und Einfluss auf Genehmigungsverfahren nimmt.
Beim EU-Gipfel Mitte Juni suchten die Staats- und Regierungschefs nach einer gemeinsamen Antwort auf globale wirtschaftliche Ungleichgewichte – mit China im Zentrum der Debatten. Die Europäische Volkspartei (EVP) forderte eine härtere Haltung, während Brüssel daran arbeitete, Abhängigkeiten in durchsetzbare Regeln umzuwandeln. Die Europäische Kommission bezeichnete die aktuellen Handels- und Investitionsbeziehungen als nicht nachhaltig.
Europa setzt seine Bedenken nun in Taten um. Neue Auflagen und Verfahren werden entwickelt, um Abhängigkeiten zu begrenzen und den Zugang zu kritischen Gütern zu sichern. Das Ziel ist es, Handels- und Investitionsbeziehungen ausgewogener zu gestalten und weniger anfällig für externen Druck zu machen.
