Experten warnen: Merz' Rückkehr-Prognose für Syrer gefährdet Deutschlands Wirtschaftswachstum
Jonas HoffmannExperten warnen: Merz' Rückkehr-Prognose für Syrer gefährdet Deutschlands Wirtschaftswachstum
Wirtschaftsexperten stellen Bundeskanzler Friedrich Merz' Prognose infrage, wonach 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden. Neue Studien legen nahe, dass ein derartiger massenhafter Wegzug der Arbeitskräftebasis schaden und das Wirtschaftswachstum bremsen könnte.
Laut aktuellen offiziellen Zahlen leben derzeit rund 936.000 syrische Staatsbürger in Deutschland. Viele von ihnen haben bereits eine Arbeit gefunden, sodass ihr möglicher Abgang Arbeitgeber und Politiker gleichermaßen beunruhigt.
Timo Wollmershäuser vom ifo Institut wies darauf hin, wie die jüngste Zuwanderung demografische Herausforderungen gemildert habe. Ein plötzlicher Verlust syrischer Arbeitskräfte, warnte er, würde die Produktionskapazität Deutschlands gerade in einer Zeit schmälern, in der die Bevölkerung altert.
Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) teilte diese Bedenken. Selbst eine teilweise Rückkehr der Syrer, argumentierte sie, verschärfe die bestehenden Wachstumsprobleme – angesichts des ohnehin schon stagnierenden wirtschaftlichen Potenzials Deutschlands.
Exakte Zahlen für Juni 2024 liegen zwar nicht vor, doch die Daten zeigen, dass während des Bürgerkriegs über 700.000 Syrer als Geflüchtete nach Deutschland kamen. Viele haben inzwischen Arbeit gefunden, sodass ihr Weggang in Schlüsselbranchen zu Arbeitskräftemangel führen könnte.
Die Debatte über die Rückkehr der Syrer entzündet sich vor dem Hintergrund eines langfristigen Rückgangs der Erwerbsbevölkerung in Deutschland. Fachleute sind sich einig: Der Verlust eines beträchtlichen Teils dieser Gruppe würde die wirtschaftliche Belastung verschärfen. Die Politik könnte nun gezwungen sein, ihre Strategien zur Integration und Bindung von Geflüchteten zu überdenken.






