Gorleben bleibt Atommüll-Zwischenlager – deutlich länger als geplant
Hannah SchneiderGorleben bleibt Atommüll-Zwischenlager – deutlich länger als geplant
Atommüll-Zwischenlager Gorleben bleibt deutlich länger in Betrieb als geplant
Das deutsche Zwischenlager für atomaren Abfall in Gorleben wird weit länger genutzt werden als ursprünglich vorgesehen. Die aktuelle Betriebsgenehmigung läuft zwar bis 2034, doch ein neuer Antrag zielt darauf ab, die Laufzeit um weitere 20 Jahre zu verlängern. Grund für die Verzögerung ist die anhaltende Suche nach einem Endlager, die bereits ihren gesetzlichen Termin verpasst hat.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung eingereicht. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) prüft den Vorschlag derzeit. Die BGE begründet die Verlängerung mit regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen, die alle zehn Jahre stattfinden und die weitere Nutzung rechtfertigen würden.
Seit 2024 errichtet die BGE eine verstärkte Betonbarriere um die Anlage. Die zehn Meter hohe Mauer soll den Schutz verbessern. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich der ursprünglichen Bauweise des Lagers bestehen.
Die Lagerhalle im Gorlebener Wald verfügt über dünnere Wände und ein dünneres Dach als neuere Standorte. Die Wände aus Stahlbeton sind nur 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst lediglich 20 Zentimeter. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg warnt, dass die Konstruktion nicht für Terroranschläge oder Kriegsereignisse ausgelegt sei.
In Gorleben lagern derzeit 113 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, darunter abgebrannte Brennelemente und Wiederaufarbeitungsrückstände. Diese wurden in 13 Transporten zwischen 1995 und 2011 angeliefert – jeder Lieferung folgten massive Proteste von Atomkraftgegnern.
Die verlängerte Nutzung des Standorts spiegelt die generelle Verzögerung bei der Suche nach einem Endlager wider. Sollte bis 2031 kein neues Endlager gefunden werden, bleibt die Zwischenlagerung unverzichtbar. Bei einer Genehmigung der Verlängerung würde Gorleben mindestens bis 2054 in Betrieb bleiben.
