Hamburgs Kinder- und Jugendombudsstelle droht nach sieben Jahren das Aus
Jonas HoffmannHamburgs Kinder- und Jugendombudsstelle droht nach sieben Jahren das Aus
Hamburgs OHA! Fürsprecherin für Kinder- und Jugendrechte steht vor der Schließung – nach sieben Jahren Arbeit. Die Bildungsbehörde der Stadt plant, die Stelle mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen und schreibt die Leistung neu aus. Dadurch gerät der Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH), der das Büro derzeit betreibt, unter Druck – ohne gesicherte Finanzierung.
Der VKJH kämpft bereits seit Längerem mit finanziellen Engpässen. Um eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle zu besetzen, fehlen jährlich rund 120.000 Euro. Ohne diese Mittel kann der Verband seine Grundkosten nicht decken. Eine erneute Bewerbung um den Ombudsvertrag würde die ohnehin knappen Ressourcen weiter belasten – ohne Erfolgsgarantie.
Die Bildungsbehörde erkennt die Schwierigkeiten des VKJH an, hält aber an ihren Plänen fest. Sie möchte die Jugendombudsstelle mit einem neuen Angebot für Kindertagesstätten zusammenführen, was eine erneute Ausschreibung erfordert. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, könnte der Verband seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter abgeben müssen.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) warnt vor den Folgen der Umstrukturierung. Eine Zusammenlegung der Dienstleistungen und eine Neuausschreibung könnten die Unterstützung für junge Menschen gefährden. Die OHA-Stelle bearbeitet derzeit rund 300 Beratungsfälle pro Jahr und positioniert sich regelmäßig zu zentralen Fragen der Jugendhilfe.
Ohne zusätzliche Mittel oder eine Kurskorrektur der Stadt droht dem VKJH das Aus. Die Ombudsstelle, die jährlich Hunderte von Fällen begleitet, könnte verschwinden. Nun läuft die Zeit davon: Bis zur Juni-Frist muss der Verband eine Lösung finden, um seine Zukunft zu sichern.**






