04 April 2026, 10:03

Iran-Krieg drückt Deutschlands Wirtschaft in die tiefste Krise seit Jahren

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Iran-Krieg drückt Deutschlands Wirtschaft in die tiefste Krise seit Jahren

Die wirtschaftliche Lage Deutschlands hat sich deutlich eingetrübt, da die durch den Iran-Krieg verursachten steigenden Energiepreise die Wachstumserwartungen halbiert haben. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren nun einen deutlichen Konjunkturrückgang, während gleichzeitig die Inflation weiter anziehen dürfte. Die offizielle Prognose der Bundesregierung, die am 22. April veröffentlicht wird, wird diese düsteren Aussichten widerspiegeln.

Der Konflikt im Iran, der sich Ende 2023 zu einem vollumfänglichen Krieg ausweitete, hat die globalen Energiemärkte durcheinandergebracht. Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran trieb die Öl- und Gaspreise in die Höhe – die deutschen Gaspreise verdoppelten sich, während die Stromkosten von 23,7 auf 28 Cent pro Kilowattstunde bis März 2026 stiegen. Dieser Preisschub trieb die Inflation auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren, mit 1,9 % im Februar – weitere Steigerungen werden erwartet.

Sechs der renommiertesten Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands und Österreichs sagen für 2026 nun nur noch ein Wachstum von 0,6 % voraus – deutlich weniger als in früheren Schätzungen – gefolgt von einem bescheidenen Anstieg von 0,9 % im Jahr 2027. Als Hauptgrund für die Abschwächung nennen sie einen "Energieschock", der Privathaushalte und energieintensive Industrien hart trifft. Die Verbraucherpreise dürften 2026 um 2,8 % und im Folgejahr um 2,9 % steigen.

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Die Ökonomen warnen vor kurzfristigen staatlichen Eingriffen zur Deckelung der Energiepreise, da dies die langfristige Instabilität verschärfen könnte. Stattdessen fordern sie "zielgerichtete soziale Ausgleichsmaßnahmen", um einkommensschwache Haushalte zu entlasten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat zu "mutigen Reformen" aufgerufen, um der geschwächten Konjunktur entgegenzuwirken. Timo Wollmershäuser vom ifo-Institut betont, dass die aktuelle expansive Finanzpolitik die Nachfrage im Inland stütze und so die Auswirkungen abfedere.

Besonders betroffen ist Deutschland aufgrund seiner Abhängigkeit von importiertem Gas und energieintensiven Industrien. Europa steht insgesamt unter Druck, während Japan mit einem schwachen Yen und finanziellen Risiken kämpft. Die USA, als großer Ölproduzent mit eigenen Reserven, sind weniger stark belastet.

Die überarbeitete Prognose unterstreicht die weitreichenden Folgen des Iran-Konflikts für die Energiemärkte und die wirtschaftliche Stabilität. Angesichts anhaltend hoher Inflation und schwachen Wachstums sehen sich die Verantwortlichen in der Politik nun vor die Herausforderung gestellt, kurzfristige Entlastungen mit langfristigen Reformen in Einklang zu bringen. Die Reaktion der Bundesregierung, die noch in diesem Monat erwartet wird, wird den deutschen Kurs in der Krise maßgeblich prägen.

Quelle