Klingbeil plant Steuerreform: Krypto-Investoren verlieren Privilegien bis 2027
Marie RichterKlingbeil plant Steuerreform: Krypto-Investoren verlieren Privilegien bis 2027
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat eine Reform der Besteuerung von Kryptowährungen vorgeschlagen, mit der bis 2027 zusätzliche Einnahmen von 2 Milliarden Euro erzielt werden sollen. Der Plan sieht schärfere Regeln für Anleger und höhere Strafen bei Steuerhinterziehung vor. Ein zentraler Punkt ist die Abschaffung der bisherigen Steuerbefreiung für langfristige Krypto-Investoren.
Bisher zahlen Deutsche, die Kryptowährungen länger als zwölf Monate halten, beim Verkauf keine Steuern auf ihre Gewinne. Erträge aus Verkäufen innerhalb eines Jahres werden als Einkommen versteuert – sofern sie den Freibetrag von 1.000 Euro überschreiten. Das Finanzministerium will nun die einjährige steuerfreie Haltedauer streichen, was erhebliche Mehreinnahmen bringen könnte.
Diskutiert wird unter anderem, Krypto-Gewinne wie andere Wertpapiere mit einem pauschalen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich weiterer Abgaben zu besteuern. Unklar ist jedoch, ob die neuen Regeln auch für Anleger gelten sollen, die bereits Kryptowährungen besitzen. Möglich wäre eine Sonderregelung für Bestandsinvestoren.
Wie die Änderungen konkret durchgesetzt werden sollen, hat das Ministerium noch nicht erläutert. Im Haushaltsentwurf ist lediglich von einer "Anpassung der Besteuerung von Kryptowerten" die Rede. Gleichzeitig wird eine neue EU-Richtlinie Anbieter verpflichten, Transaktionsdaten zu melden, was die Verschleierung von Krypto-Gewinnen erschweren dürfte. Bevor es zu einer Reform kommt, muss der Vorschlag noch durch Bundestag und Bundesrat – ein offizieller Gesetzesentwurf steht noch aus.
Falls die Pläne verabschiedet werden, würde dies die Kontrolle über Krypto-Transaktionen verschärfen und die Strafen für Steuerhinterziehung erhöhen. Die Bundesregierung rechnet damit, durch die strengeren Regeln bis 2027 zusätzliche 2 Milliarden Euro einnehmen zu können. Ob bestehende Anleger betroffen sein werden, steht jedoch noch nicht endgültig fest.






