Kurt Beck attackiert Özdemirs Wahlkampfstrategie vor Rheinland-Pfalz-Wahl
Anna SchmittKurt Beck wirft Özdemir 'peinliche' Wahlkampagne vor - Kurt Beck attackiert Özdemirs Wahlkampfstrategie vor Rheinland-Pfalz-Wahl
Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am kommenden Sonntag hat der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck den jüngsten Wahlkampf des Grünen-Politikers Cem Özdemir in Baden-Württemberg scharf kritisiert. Beck, der Rheinland-Pfalz von 1994 bis 2013 regierte, warf Özdemir vor, sich bewusst von den Kernwerten seiner Partei distanziert zu haben, um den Wahlsieg zu sichern.
Der SPD-Veteran unterstützt nun den amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer, der sich bei der anstehenden Abstimmung dem CDU-Herausforderer Gordon Schnieder stellen muss.
Özdemir hatte die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 nur knapp für sich entschieden. Sein Wahlkampf konzentrierte sich auf wirtschaftliche Themen, insbesondere die Automobilindustrie, während er einen gemäßigteren Ton anschlug, um bürgerliche Wähler anzusprechen. Er präsentierte sich zwar als hart in der Migrationskriminalität, machte das Thema aber nicht zum Schwerpunkt, sondern betonte stattdessen Kontinuität in einer möglichen schwarz-grünen Koalition mit der CDU.
Nach dem Sieg leitete Özdemir umgehend Koalitionsgespräche mit der CDU ein. Zu seinen Prioritäten zählen der wirtschaftliche Wandel, geopolitische Herausforderungen sowie der Schutz der industriellen Basis der Region – vor allem der Automobilbranche – neben umweltpolitischen Zielen.
Kurt Beck verurteilte Özdemirs Vorgehen als "peinlich" und warf ihm vor, "bewusst mit seiner Partei gebrochen" zu haben. Er unterstrich, dass Alexander Schweitzer, der SPD-Kandidat in Rheinland-Pfalz, eine solche Strategie der offenen Abkehr von Parteigrundsätzen nicht verfolgen werde. Beck machte deutlich, dass Schweitzer – anders als Özdemir mit seiner Hinwendung zu zentristischen Wählern – den Werten der SPD treu bleibe.
Die Wahl in Rheinland-Pfalz wird entscheiden, ob Alexander Schweitzer sein Amt behält oder ob der CDU-Kandidat Gordon Schnieder die Führung übernimmt. Becks Kritik verdeutlicht den Kontrast zwischen Özdemirs taktischer Mäßigung und Schweitzers Verankerung in der SPD-Tradition. Das Ergebnis wird die politische Ausrichtung des Landes für die nächsten fünf Jahre prägen.






