Mediashop nach Insolvenz: Investoren wollen Comeback des TV-Shopping-Pioniers
Anna SchmittMediashop nach Insolvenz: Investoren wollen Comeback des TV-Shopping-Pioniers
Mediashop GmbH vor großem Umbruch nach Insolvenzantrag im Februar 2026
Die in Neunkirchen ansässige Teleshopping-Firma Mediashop GmbH steht vor einer umfassenden Restrukturierung, nachdem das Unternehmen im Februar 2026 Insolvenz angemeldet hatte. Der einstige Marktführer im TV-Shopping in Österreich, Deutschland und der Schweiz soll nun von einer Investorengruppe übernommen werden, die eine Rückkehr zu alter Stärke anstrebt.
Der Verkauf der operativen Vermögenswerte sowie der langfristigen Baurechte von Mediashop soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Ungewiss bleibt jedoch die Zukunft des Firmensitzes in Neunkirchen, da die Verhandlungen mit der Bank noch andauern.
Die finanziellen Probleme des Unternehmens begannen mit stark rückläufigen Umsätzen, die zu Schulden in Höhe von 51,55 Millionen Euro führten. Der Insolvenzverwalter Michael Lentsch arbeitete seitdem mit Investoren an einer Rettungslösung. Laut dem neuen Plan soll die Werbung für Produkte von bisher 172 TV-Kanälen auf nur noch 30 Kanäle reduziert werden, um sich wieder auf die Marktführung in der Region zu konzentrieren.
Das 2018 fertiggestellte Hauptgebäude in Neunkirchen steht auf einem 6.566 Quadratmeter großen Grundstück, wobei 2.670 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. Mediashop besitzt ein Erbbaurecht bis 2078 und zahlt jährlich einen Erbbauzins von knapp 14.000 Euro. Dennoch konnten sich die Investorengruppe und die Bank bisher nicht auf eine Übernahme der Immobilie einigen.
Eine unabhängige Bewertung taxierte das Gebäude auf 5,23 Millionen Euro, während die Bank eine Hypothek in Höhe von 5,5 Millionen Euro hält – die tatsächlichen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 3,9 Millionen Euro. Peter Teix, Bürgermeister von Neunkirchen, äußerte die Hoffnung, dass der Fortbestand von Mediashop langfristig die lokalen Arbeitsplätze verdoppeln könnte, die derzeit bei rund 160 Mitarbeitern liegen.
Die Umstrukturierung folgt auf monatelange finanzielle Belastungen, wobei der Insolvenzantrag einen Wendepunkt markierte. Während der Verkauf der Vermögenswerte voranschreitet, bleibt die Zukunft des Standorts Neunkirchen weiter offen – und damit auch die Frage nach dem langfristigen Hauptsitz des Unternehmens.
Ziel der Investorengruppe ist es, die Kosten zu senken und die TV-Werbestrategie von Mediashop neu auszurichten. Gelingt die Restrukturierung, könnte das Unternehmen stabilisiert und möglicherweise sogar lokale Arbeitsplätze gesichert werden. Die endgültige Entscheidung über das Hauptgebäude in Neunkirchen hängt jedoch von weiteren Verhandlungen mit der Bank ab.






