16 April 2026, 14:08

Offener Netzzugang beschleunigt den Glasfaserausbau in Deutschland

Plakat, das das Affordable Connectivity Program bewirbt, mit Text, der besagt, dass über 15 Millionen Haushalte eingeschrieben sind, um bei High-Speed-Internet zu sparen, und einem Logo.

Offener Netzzugang beschleunigt den Glasfaserausbau in Deutschland

Offener Netzzugang treibt Glasfaserausbau in Deutschland voran

Der offene Netzzugang entwickelt sich zunehmend zum zentralen Motor beim Ausbau der Glasfasernetze in Deutschland. Mit fast 300 Anbietern, die neue Infrastruktur aufbauen, vollzieht die Branche einen Wandel hin zu geteilter Netznutzung. Sowohl Kunden als auch Provider fordern mehr Auswahl und Wettbewerb bei Breitbanddiensten.

Die Nachfrage nach Anbietervielfalt befeuert diese Entwicklung. Frank Rosenberger von 1&1 Versatel betonte, dass 83 Prozent der Kunden Optionen jenseits eines einzigen Anbieters wünschen. Unterdessen hat Deutsche GigaNetz bereits Partnerschaften mit dem schwedischen Internetdienstanbieter Bahnhof und Westconnect geschlossen, um sein Netz gemeinsam zu nutzen.

Auch die Standardisierung spielt eine entscheidende Rolle. Die Branche hat mit S/PRI eine einheitliche Schnittstelle eingeführt, die Glasfasernetze zwischen verschiedenen Anbietern kompatibler macht. Ziel ist es, Anschlüsse zu vereinfachen und technische Hürden abzubauen.

Regulierungsbehörden greifen ebenfalls ein. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), fordert strengere Kontrollen in Regionen, in denen sich offener Netzzugang nicht durchsetzt. Der Entwurf des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sieht nun vor, dass in Gebieten mit Monostrukturen verpflichtende Verhandlungen über den Netzzugang geführt werden müssen.

Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Steven Blount von EWE Tel wies darauf hin, dass offener Netzzugang höhere Anfangsinvestitionen erfordert. Gleichzeitig argumentierte er, dass die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur entscheidend sei, um die Netzwerkauslastung zu maximieren. Auch Plusnet bereitet sich darauf vor, über das Glasfasernetz von OXG eigene Dienste anzubieten – ein weiteres Zeichen für die Dynamik im Markt.

Langfristig plant Stadtwerke Neustadt am Rübenberge, sein Glasfasernetz bis 2030/2031 für Dritte zu öffnen. Dieses Engagement unterstreicht die wachsende Akzeptanz des offenen Netzzugangs als Standardpraxis.

Die Glasfaserbranche passt sich an die Kundennachfrage nach Wahlmöglichkeiten und Flexibilität an. Mit neuen Regularien, standardisierten Schnittstellen und erweiterten Partnerschaften verändert der offene Netzzugang die Spielregeln der Netzwerkbetreiber. Der Trend deutet darauf hin, dass geteilte Infrastruktur künftig zur Regel – und nicht zur Ausnahme – wird.

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