Osnabrücks Stadtwald wird zum klimafesten Mischwald umgestaltet
Der Osnabrücker Stadtwald Natruper Holz durchläuft eine langfristige Umgestaltung zu einem klimaresistenten Mischwald
Auf einer Fläche von 220,1 Hektar – etwa so groß wie 314 Fußballfelder – entsteht ein Wald, der sich auf heimische Laubbäume und biologische Vielfalt konzentriert. Noch in diesem Frühling werden Teams Bäume mit Farbmarkierungen versehen, um künftige Eingriffe zu steuern.
Der Wald erfüllt zahlreiche Funktionen: Er bietet Lebensraum für Tiere, speichert CO₂, liefert Holz und dient als Naherholungsgebiet. Ziel ist ein stabiler Laubmischwald, der Klimaveränderungen standhält. Bereits jetzt bestehen 88 Prozent des Natruper Holzes aus Laubbäumen, wobei Arten wie Stiel-Eiche, Buche, Kirsche und Ahorn besonders gefördert werden.
Eichen, die mehr Insektenarten beherbergen als jeder andere heimische Baum, geraten zunehmend unter Druck durch das aggressive Wachstum der Buchen. Um sie zu schützen, werden Fremdgehölze wie Roteiche und Fichte gezielt entfernt, während die Ausbreitung der Buche eingedämmt wird. Habitatbäume und Totholz bleiben unangetastet, um die Artenvielfalt zu stärken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wasserrückhalt. Neue Mulden, Gräben und Überflutungszonen sollen die Bodenfeuchtigkeit auch in Trockenphasen erhalten. So können junge Bäume selbst bei höheren Temperaturen wachsen.
Die forstwirtschaftlichen Maßnahmen beginnen im Herbst 2026. Die Holzerlöse aus dem Projekt werden der Stadt einen niedrigen fünfstelligen Betrag einbringen. Jeder Waldabschnitt erhält eine angepasste Pflege, die ökologische Ziele mit einer nachhaltigen Holznutzung verbindet.
Am Ende soll der Natruper Holz ein anpassungsfähigerer und artenreicher Wald sein. Durch die Förderung heimischer Baumarten und ein gezieltes Wassermanagement wird er klimatischen Belastungen besser widerstehen können. Die Stadt erwartet sowohl ökologische Vorteile als auch moderate Einnahmen aus der Holzernte.






