Porsche bremst E-Auto-Pläne: Warum Verbrenner länger bleiben als geplant
Anna SchmittPorsche bremst E-Auto-Pläne: Warum Verbrenner länger bleiben als geplant
Porsche hat sein Ziel, bis 2030 fast ausschließlich Elektrofahrzeuge anzubieten, zurückgestuft. Die Entscheidung fällt in eine Phase sinkender Absatzzahlen, stark steigender Energiekosten und einer unsicheren Wirtschaftslage. Zudem sind die Aktien des Unternehmens angesichts der veränderten Marktbedingungen auf ein 52-Wochen-Tief gefallen.
Im vergangenen Jahr gingen die Auslieferungen von Porsche um 10 Prozent auf 279.449 Fahrzeuge zurück. Besonders stark war der Rückgang in China, wo die Verkäufe um 26 Prozent einbrachen. Elektrifizierte Modelle – darunter Hybride und rein batteriebetriebene Fahrzeuge (BEV) – machten hingegen 34,4 Prozent des Gesamtabsatzes aus, wobei der Macan Electric mehr als die Hälfte davon ausmachte. Dennoch brach der operative Gewinn des Unternehmens um 92,7 Prozent auf nur noch 413 Millionen Euro ein.
Steigende Energiekosten und Inflation verschärfen die Lage zusätzlich. Die Preise für Brent-Rohöl sind in den letzten Monaten um 27 Prozent gestiegen, während die Europäische Zentralbank nun erwartet, dass die Inflation bis 2026 bei 2,6 Prozent liegen wird. Als Reaktion darauf wird Porsche seine Modelle mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb, wie den Panamera und den Cayenne, länger als ursprünglich geplant in Produktion halten.
Das Unternehmen strebt zwar weiterhin eine Ausweitung seiner Elektroflotte an, rechnet aber nun damit, dass BEV bis 2026 nur noch 24 bis 26 Prozent der Verkäufe ausmachen werden. Diese verlangsamte Umstellung spiegelt die Herausforderungen in den Bereichen Infrastruktur, Batterietechnologie und Rohstoffversorgung wider. Die Nachfrage nach hochpreisigen Hybridmodellen in Europa und China wird in diesem Jahr eine Schlüsselrolle für die Gewinnmargen spielen.
Porsches überarbeitete Strategie soll kurzfristige Marktanforderungen mit den langfristigen Plänen zur Elektrifizierung in Einklang bringen. Durch die längere Produktion von Verbrennern und Hybriden will die Marke die Umsätze stabilisieren und sich gleichzeitig an die wirtschaftliche Unsicherheit anpassen. Die Anpassung unterstreicht die übergeordneten Hürden, vor denen die gesamte Elektroauto-Branche weiterhin steht.






