Rekordbesuch beim Festival: 196.000 Gäste erleben Kunst zwischen Triumph und Pleite
Hannah SchneiderRekordbesuch beim Festival: 196.000 Gäste erleben Kunst zwischen Triumph und Pleite
Das diesjährige Festival lockte fast 196.000 Besucher:innen an und erreichte eine Auslastung von 91 Prozent. Die Veranstaltung bot eine Mischung aus mutigen Produktionen, herausragenden Aufführungen und einigen bemerkenswerten Fehlschlägen.
Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang; der Regisseur bezeichnete das Stück als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und als „Welterstaufführung“. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben zählte zu den Höhepunkten des Festivals.
Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Florentina Holzingers Pfingstspiel beinhaltete einen gewagten Coup: Eine Performerin seilte sich an einer Hotelfassade ab und zähmte einen BMW. Patti Smith bereicherte das ohnehin schon prominente Programm mit ihren Auftritten.
Doch nicht alle Produktionen überzeugten. Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wirkte eher wie ein trockener Vortrag, während Nestervals überladene Adaption des Nibelungenstoffs flach blieb. Susanne Kennedys Parsifal kämpfte mit den erdrückenden Digital-Effekten von Markus Selg.
Das Festival endete mit starkem Besucherandrang und einer Mischung aus kritischen Erfolgen und Misserfolgen. Einige Werke hinterließen einen bleibenden Eindruck, andere vermochten es nicht, das Publikum zu erreichen. Die Veranstaltung bewies einmal mehr, dass sie Debatten anregen und kühne künstlerische Visionen präsentieren kann.






