12 June 2026, 12:02

Verfallenes Baudenkmal in Halle: Stadt kämpft um Rettung der "Grünen Tanne"

Historisches Ensemble an der Mansfelder Straße verfällt nach Pleite eines Großinvestors - Stadt prüft Übernahme, möglicher neuer Investor im Visier

Verfallenes Baudenkmal in Halle: Stadt kämpft um Rettung der "Grünen Tanne"

Historisches Gebäudeensemble in Halle (Saale) verfällt zusehends

Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex an der Ecke Mansfelder Straße/Tuchrahmen in Halle (Saale) befindet sich in einem dramatischen Zustand. Die zur Anlage gehörende Gaststätte „Grüne Tanne“ steht seit Jahren leer, die Fassade ist mit Graffiti übersät und von Wildwuchs überwuchert. Nun hat die Stadt Schritte eingeleitet, um die wachsenden Sicherheitsrisiken und denkmalschützerischen Herausforderungen zu begegnen.

Bereits seit 15 Jahren führt die Stadt die „Grüne Tanne“ auf ihrer „Roten Liste“ der gefährdeten Baudenkmäler. Der Projektentwickler Norsk hatte geplant, die historischen Strukturen zu sanieren, moderne Anbauten zu errichten und eine Tiefgarage zu bauen. Doch das Unternehmen meldete Insolvenz an – die Bauarbeiten kamen zum Erliegen.

Nach einem Brand, der die Bausubstanz schwächte, musste der Gehweg entlang des Komplexes abgesperrt werden, da Einsturzgefahr durch herabfallende Mauerteile bestand. René Rebenstorf, Leiter des städtischen Bauamts, bezeichnete die Lage als „alarmierend“ und bestätigte, dass die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter nur schleppend vorankämen.

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Mittlerweile hat sich ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen bereit erklärt, die bestehenden Gebäude ohne kostspielige Neubauten zu retten. Die Stadt prüft nun einen pragmatischeren Ansatz: Statt aufwendiger Neugestaltung soll der Erhalt des Vorhandenen Priorität haben. Gleichzeitig leitet sie rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer ein und lotet Notfallmaßnahmen aus, um den Gehweg wieder für Fußgänger freizugeben.

Die Insolvenz des Eigentümers hat die Pattsituation um die Zukunft des Geländes weiter verschärft. Der Kurswechsel der Stadt hin zu einer Rettung der Bestandsbauten könnte jedoch einen Ausweg bieten. Vorerst liegt der Fokus darauf, das Areal zu sichern und die öffentliche Zugänglichkeit wiederherzustellen.

Quelle