Wie Extremismus auf TikTok junge Nutzer in Niedersachsen beeinflusst
Marie RichterWie Extremismus auf TikTok junge Nutzer in Niedersachsen beeinflusst
Veranstaltung in Celle: Wie Extremismus auf TikTok und Co. an Einfluss gewinnt
Eine aktuelle Veranstaltung in Celle hat sich mit der wachsenden Bedeutung von Extremismus in sozialen Medien wie TikTok beschäftigt. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen kamen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie lokale Akteurinnen und Akteure zusammen. Ziel war es, zu zeigen, wie digitale Inhalte Meinungen prägen können – und wie man mögliche Risiken erkennt.
In den vergangenen fünf Jahren sind TikTok und ähnliche Kurzvideo-Plattformen für junge Menschen in Niedersachsen zum täglichen Begleiter geworden. Nutzten 2021 noch 42 Prozent der 14- bis 17-Jährigen die App täglich, waren es 2026 bereits 78 Prozent. Auch die durchschnittliche Nutzungsdauer stieg stark an: von 45 auf 92 Minuten pro Tag, wie die JIM-Studie 2026 der Medienanstalt Niedersachsen zeigt.
Unter dem Titel "Extremismus auf TikTok und anderen Plattformen" analysierten Neunt- und Zehntklässler von drei Celle Schulen ihre eigenen "Für-dich"-Feeds. Medienpädagoge Sebastian Zollner erläuterte, wie Algorithmen Inhalte priorisieren und extremistische Gruppen diese Systeme für ihre Zwecke ausnutzen. Politische Beiträge auf solchen Plattformen würden oft komplexe Themen vereinfachen, auf emotionale Reize setzen und auf verlässliche Quellen verzichten, so Zollner.
Neben den Schülerinnen und Schülern waren auch Lehrkräfte, Sozialarbeiter und Vertreter aus der Kommunalpolitik eingebunden. Im Mittelpunkt standen die digitale Radikalisierung und Möglichkeiten, Gegenrede zu fördern. Die Teilnehmer diskutierten, wie soziale Medien Nutzer beeinflussen und welche Schritte nötig sind, um eine kritischere Auseinandersetzung mit Inhalten zu erreichen.
Das Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement. Bei weiteren Fragen steht Christian Riebandt von der Polizeiinspektion Celle als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Veranstaltung unterstrich, wie wichtig Aufklärung bleibt – schließlich prägen soziale Medien den Alltag junger Menschen maßgeblich.






