31 March 2026, 22:04

Experte warnt vor unrealistischen Plänen zur Rückführung syrischer Flüchtlinge

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu Binnenflüchtlingen aufgrund von Gewalt, begleitet von unterstützendem Text und Diagrammen.

Experte warnt vor unrealistischen Plänen zur Rückführung syrischer Flüchtlinge

Ein Plan zur Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland ist auf scharfe Kritik eines führenden Migrationsexperten gestoßen. Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration, warnte, dass der Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz, 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge innerhalb von drei Jahren zurückzuführen, unrealistische Erwartungen wecke. Zudem verwies er auf anhaltende Risiken in Syrien, die eine groß angelegte Rückkehr derzeit undurchführbar machten.

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Kanzler Merz und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa hatten kürzlich das Ziel ausgegeben, dass die meisten syrischen Flüchtlinge in Deutschland bis 2027 in ihre Heimat zurückkehren sollen. Offiziellen Angaben zufolge leben etwa 936.000 syrische Staatsbürger im Land, davon sind über 700.000 vor dem Bürgerkrieg geflohen. Viele von ihnen haben sich inzwischen ein Leben in Deutschland aufgebaut, arbeiten, besuchen Schulen und tragen zu den lokalen Gemeinschaften bei.

Kluth räumte ein, dass der Wiederaufbau Syriens Rückkehrer erfordere. Gleichzeitig betonte er, dass humanitärer Schutz weiterhin notwendig sei, solange Rückkehrer Bedrohungen oder instabilen Verhältnissen ausgesetzt seien. Weite Teile Nord- und Nordostsyriens seien weiterhin von Gewalt und bewaffneten Konflikten geprägt. Die Grundinfrastruktur – darunter Wohnraum, Straßen und Arbeitsplätze – sei schwer beschädigt, während wirtschaftliche Perspektiven kaum bestünden.

Der Experte warnte zudem davor, eine Region vorschnell als "sicher" für eine Rückkehr einzustufen. Zwar könne der Schutzstatus entfallen, wenn eine dauerhafte Sicherheit gewährleistet sei, doch erfülle die aktuelle Lage in Syrien diese Voraussetzung nicht. Kluth forderte die Politik auf, die Bedürfnisse der Geflüchteten mit den Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes in Einklang zu bringen, statt auf eine rasche Rückführung zu drängen.

Die Debatte über die Rückkehr syrischer Flüchtlinge hält an, während Fachleute und Verantwortliche Sicherheitsbedenken gegen Wiederaufbauziele abwägen. Angesichts von fast einer Million Syrern in Deutschland – viele davon bereits integriert – bleibt die Machbarkeit einer groß angelegten Rückführung ungewiss. Kluths Warnungen unterstreichen die Herausforderungen, die sowohl auf die Geflüchteten als auch auf die Politik zukommen.

Quelle