16 March 2026, 10:02

Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine Welle der Kritik aus

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine Welle der Kritik aus

Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen

Die Domverwaltung hat für die zweite Jahreshälfte einen umstrittenen Plan angekündigt, der sofort auf Kritik stieß. Das Wahrzeichen, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich sechs Millionen Besucher an und zählt zu den bekanntesten katholischen Kirchen der Welt.

Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. Ein Eintrittsgeld würde das Bauwerk von einem öffentlichen Schatz zu etwas Exklusivem umwandeln, warnte sie. Es fühle sich dann nicht mehr wie "unser" Dom an. Für viele stehe Köln "beinahe synonym für den Dom", erklärte sie – eine Zugangsbeschränkung wäre daher "sehr problematisch".

Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln an, argumentierte jedoch, dass Eintrittsgelder den Charakter des Doms verändern könnten. Statt eines Ortes der Andacht und Gemeinschaft drohe er zu einem Museum zu werden. Zudem fürchtet sie, dass weniger Menschen kommen würden, wenn der Besuch etwas kostet.

Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest. Frühere Versuche, an bedeutenden deutschen Stätten wie Schloss Neuschwanstein 2024 Eintritt zu erheben, stießen jedoch auf massiven Widerstand. Proteste, Petitionen mit über 100.000 Unterschriften und Medienkritik unterstrichen die Bedenken hinsichtlich der Zugänglichkeit – auch wenn einige Befürworter betonen, dass Gebühren helfen könnten, historische Bauwerke angesichts steigender Besucherzahlen zu erhalten.

Die Debatte um das Eintrittsgeld für den Kölner Dom spiegelt die grundsätzliche Spannung zwischen Denkmalschutz und öffentlichem Zugang wider. Sollte die Gebühr eingeführt werden, markierte dies einen tiefgreifenden Wandel für ein Bauwerk, das eng mit der Identität der Stadt verbunden ist. Die Behörden haben die Details noch nicht finalisiert, doch die Entscheidung wird in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter diskutiert werden.

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