Kunsthalle Mainz kämpft ums Überleben nach Streichung der Stadtwerke-Förderung
Anna SchmittKunsthalle Mainz kämpft ums Überleben nach Streichung der Stadtwerke-Förderung
Mainzer Stadtwerke stellen Finanzierung der Kunsthalle Mainz bis Ende 2026 ein
Die Entscheidung gefährdet die Zukunft der Kulturinstitution, die seit ihrer Gründung ein zentraler Bestandteil der Mainzer Kunstszene ist. Sorgen um ihr Überleben haben bereits eine politische Debatte in der Stadt ausgelöst.
Die Kunsthalle wurde 2006 im Zollhafen-Viertel eröffnet, einem ehemaligen Industriehafen, der 2014 zu einem Wohngebiet umgewandelt wurde. Die Mainzer Stadtwerke schufen sie, um Kultur in das neue Viertel zu bringen und Käufer für Luxuswohnungen anzulocken. Das erste umgenutzte Gebäude im Zollhafen war das alte Heizkraftwerk an der Ecke Rheinallee, das zur Heimat der Kunsthalle wurde.
Im Laufe der Jahre hat sich die Institution mit mutigen Ausstellungen und einem Gespür für globale Trends einen Namen gemacht. Zudem pflegt sie enge Verbindungen zu Schulen, Hochschulen und sozialen Gruppen in der Region. Ihr markanter, um sieben Grad geneigter Turm ist längst zu einem Wahrzeichen geworden.
Mitte 2024 verließ die langjährige Direktorin Stefanie Böttcher die Kunsthalle für eine Stelle in Kiel. Ihre Position ist seitdem unbesetzt. Die Linke im Mainzer Stadtrat fordert nun von der Stadt Aufklärung über Pläne zur Rettung der Einrichtung. Kulturdezernentin Ata Delbasteh äußerte sich vorsichtig optimistisch über die Zukunft der Institution.
Ohne die Förderung der Mainzer Stadtwerke steht der Betrieb der Kunsthalle jedoch auf dem Spiel. Der Weggang der Direktorin und die unsichere Finanzlage verschärfen die Herausforderungen. Die nächsten Schritte der Stadt werden entscheiden, ob die Institution ihre Rolle im kulturellen Leben von Mainz weiter ausfüllen kann.






