17 March 2026, 04:03

Neue ABDA-Chefin Erdle stellt sich gegen die geplante Apothekenreform und fordert Kurswechsel

Ein Apothekenschild mit der Aufschrift "The Generics Pharmacy" in einer städtischen Umgebung mit umgebenen Gebäuden, Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem klaren Himmel.

Neue ABDA-Chefin Erdle stellt sich gegen die geplante Apothekenreform und fordert Kurswechsel

Franziska Erdle hat die Führung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) als neue Vorstandsvorsitzende übernommen – mit einem klaren und entschlossenen Programm. Sie will die geplante Apothekenreform infrage stellen, die ihrer Ansicht nach lokale Apotheken und die Patientenversorgung gefährden könnte. Mit ihrer Amtsübernahme bricht sie bewusst mit der zurückhaltenderen Linie ihres Vorgängers und setzt stattdessen auf eine aktivere politische Interessenvertretung.

Erdles erster Schritt ist eine Umstrukturierung der ABDA-internen Abläufe. Noch in der ersten Jahreshälfte soll die Organisation ihr bisheriges Ressortsystem durch 14 spezialisierte Einheiten ersetzen. Diese Reform zielt darauf ab, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und die Kommunikation im Deutschen Apothekerhaus zu verbessern. Parallel dazu plant sie den Einsatz von KI-Tools, um die Arbeit des Verbandes zu modernisieren.

Ihr unmittelbarer politischer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit Abgeordneten des Bundestags. Erdle will sich für Änderungen einsetzen, die die wirtschaftliche Lage der Apotheken stabilisieren – besonders nach einem Jahr des Rückgangs: Aktuell gibt es in Deutschland noch 16.601 Apothekenstandorte, deutlich weniger als in den Vorjahren. Die Branche kritisiert den Entwurf des Apothekenreformgesetzes scharf, da es statt der Arzneimittelversorgung zu kürzen drohe. Zu den zentralen Forderungen gehören Nachbesserungen bei der Arzneimittelpreisverordnung, um Verluste durch Rabattdeckelungen zu vermeiden – eine Konsequenz aus einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs. Der Bundesrat fordert zudem mehr Flexibilität im Apothekenbetrieb, während im Bundestag über Grünen-Vorschläge zur Bezahlbarkeit teurer Medikamente diskutiert wird.

An ihrer Seite wird Claudia Korf als stellvertretende Vorstandsvorsitzende agieren. Gemeinsam wollen sie die finanzielle Belastung der Apotheken mindern, die durch anhaltende Streitigkeiten über Vergütungsregelungen und Rabattsysteme entstanden ist. Erdle bringt Erfahrung aus Führungspositionen mit, etwa beim Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WdK) und dem Deutschen Atomforum, wo sie für Öffentlichkeitsarbeit und Rechtsfragen zuständig war.

Die neue ABDA-Spitze bereitet sich auf eine intensivere Lobbyarbeit in Berlin vor. Mit ihren Reformplänen und dem politischen Druck will Erdle eine stabilere Zukunft für die deutschen Apotheken sichern. Gelingt dies, könnten die Veränderungen die Branche unter den geplanten Reformen grundlegend neu ausrichten.

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