17 June 2026, 17:10

Sachsen-Anhalt vor schwieriger Regierungsbildung: AfD bei 40 Prozent, CDU blockiert Koalitionen

Kampagne in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt vor schwieriger Regierungsbildung: AfD bei 40 Prozent, CDU blockiert Koalitionen

Die rechtspopulistische AfD liegt in Sachsen-Anhalts Landtagswahl im September auf Kurs, stärkste Kraft zu werden – Umfragen sehen sie bei rund 40 Prozent. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) schließt jedoch sowohl eine Zusammenarbeit mit der AfD als auch mit der Linken aus und erschwert damit mögliche Koalitionsverhandlungen von vornherein.

Schulze bekräftigte erneut, dass unter seiner Führung keine AfD-Minister amtieren werden. Zudem hält er an der langjährigen Unvereinbarkeitserklärung der CDU mit der Linken fest und bezeichnet dies als eine „Frage des Prinzips“. Kritiker werfen ihm vor, diese starre Haltung sei überholt und könnte die demokratische Regierungsfähigkeit gefährden – insbesondere dann, wenn FDP und Grüne den Einzug in den Landtag verpassen sollten.

Als Alternative käme eine Minderheitsregierung infrage, wie sie bereits in Thüringen oder Sachsen praktiziert wird. Solche Konstellationen bergen jedoch die Gefahr, die parlamentarische Arbeit zu entpolitisieren und einen technokratischen Regierungsstil zu fördern. Italiens Erfahrung mit der technokratischen Regierung unter Mario Draghi zeigte, wie dies den Aufstieg der Rechten begünstigen kann – etwa den späteren Machtzuwachs von Giorgia Meloni.

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Der SPD-Wahlspruch „Erfahrung statt Experimente“ stößt auf Kritik, da er die AfD als bloßen „Versuch“ statt als ernstzunehmende politische Kraft darstelle. Politikanalysten argumentieren, Schulzes Festhalten an der „Hufeisentheorie“ – also der Gleichsetzung von links- und rechtsextremen Positionen – könnte der AfD indirekt in die Hände spielen, indem es die Koalitionsoptionen weiter einengt.

Eine Koalition demokratischer Parteien bleibt die stabilste und transparenteste Lösung für Sachsen-Anhalt. Ohne Verhandlungsflexibilität könnte die Weigerung der CDU, mit der Linken zu kooperieren, das Land jedoch in eine instabile oder technokratische Regierungsform drängen. Die Wahl wird zeigen, wie tragfähig diese politischen Blockaden noch sind.

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