Tonne drängt Berlin: Industrie-Strompreis muss schneller kommen – sonst drohen Jobverluste

Minister: "Industriestrompreis ist kein Nice-to-have" - Tonne drängt Berlin: Industrie-Strompreis muss schneller kommen – sonst drohen Jobverluste
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne drängt auf schnellere Umsetzung des geplanten Industrie-Strompreises der Bundesregierung. Das Vorhaben, das am 1. Januar 2026 starten soll, zielt darauf ab, die Energiekosten für stromintensive Unternehmen bis 2028 zu senken. Tonne warnt, dass Verzögerungen jeden Monat Industriearbeitsplätze kosten, und fordert zügigere Entscheidungen aus Berlin.
Der Vorschlag der Bundesregierung sieht einen staatlich subventionierten Strompreis von fünf bis sechs Cent pro Kilowattstunde für Branchen vor, die im globalen Wettbewerb stehen. Das Programm, für das über drei Milliarden Euro veranschlagt werden, soll Betrieben helfen, die mit hohen Energiekosten zu kämpfen haben. Tonne kritisiert jedoch, dass bürokratische Hürden die Einführung verlangsamen und die Wirkung abschwächen könnten.
Der Minister übt auch Kritik an Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche, der er vorwirft, in der Wasserstoffpolitik nicht schnell genug voranzukommen. Zwar sieht Reiches im September 2025 vorgestellter Zehn-Punkte-Plan vor, bis 2027 einen technologieoffenen Kapazitätsmarkt für wasserstofffähige Gaskraftwerke zu schaffen – doch Tonne pocht auf sofortiges Handeln. Er verweist auf die starke Wasserstoff-Infrastruktur in Niedersachsen, betont aber, dass Unternehmen stabile bundesweite Regelungen brauchen, um mit Planungssicherheit zu investieren. Laut Tonne sind Wirtschaft und Investoren bereit, zu handeln, es fehle jedoch an langfristiger Sicherheit für Großprojekte. Er fordert klarere Rahmenbedingungen und eine zügigere Umsetzung und warnt, dass das aktuelle Tempo weitere Arbeitsplatzverluste in Schlüsselbranchen riskiere.
Der Industrie-Strompreis soll Anfang 2026 eingeführt werden, die Förderung läuft bis 2028. Tonnes Forderungen zielen darauf ab, Bürokratie abzubauen und Wasserstoff-Initiativen zu beschleunigen, um die industrielle Zukunft Deutschlands zu sichern. Ohne rasche Fortschritte, so seine Warnung, könnten Unternehmen weiterhin Stellen streichen oder Produktionsstandorte ins Ausland verlagern.

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